Eine Szene aus dem Theaterstück "00-Tatort", das die Patienten der Theatergruppe selbst geschrieben haben

Theaterprojekt 2016: Forensik-Bühne wird zur Bahnhofstoilette

‚00-Tatort“ mit Klofrau Lilo: Fingerspitzengefühl in rosa Gummihandschuhen

„Ist noch nicht geputzt, kostet nix“ – im neuen Theaterstück des Patiententheaters der Wilfried-Rasch-Klinik regiert Klofrau Lilo die Bahnhofstoilette resolut und mit Fingerspitzengefühl in rosa Gummihandschuhen. „00-Tatort“ heißt das  Stück der Patienten-Theatergruppe „Die Wilfrieds“, das Ende August vor einem geladenen Publikum aus Angehörigen, Beiratsmitglieder, Patienten und Personal Premiere gefeiert hat. 

Unter der Leitung der externen Regisseurin Katja Willebrand haben die sechs Patienten der Theatergruppe das Stück selbst geschrieben. Ein gutes halbes Jahr lang haben sie improvisiert, ausgewählt, aufgeschrieben und geprobt. Drei Aufführungen wird es geben. Bühnenbild, Maske, Kostüme und Requisite stammen von Therapeutin Andrea Radandt, die das Theaterprojekt aufseiten der Klinik begleitet.

Zum Inhalt: Bei einem (Theater-) Sektchen mit ihrer besten Freundin Jackie kommentiert Lilo, gespielt ebenfalls von Andrea Radandt, das bunte Treiben auf ihrem gar nicht stillen Örtchen. Auch als ein angeblicher Inspektor Columbo erscheint und anfängt zu ermitteln, wundert sich keiner. Bis eine Pistole im Lampenschirm auftaucht und sich herausstellt, dass die beiden Damen mehr getan haben als nur über Männer zu schimpfen….

Mit viel Witz und Spielfreude entwickeln die Darsteller, von denen viele zum ersten Mal auf der Bühne stehen, eine schnelle Abfolge von skurrilen Begegnungen nicht ganz alltäglicher Menschen – vom Premierenpublikum mit vielen Lachern belohnt. Schließlich stellt sich heraus: Dieser Columbo „kommt gar nicht aus LA, sondern aus LWL“ – so nimmt sich die (forensische) Psychiatrie hier selbst auf die Schippe.