In ihrer Rede vor knapp 150 Gästen erkannte Birgit Fischer an, dass der Bau einer forensischen Einrichtung den Menschen vor Ort, vor allen Dingen den unmittelbaren Nachbarn, viel abverlange: "Sie müssen sich ihren Ängsten und Vorurteilen stellen, ohne dabei den Kopf zu verlieren, sie müssen - stellvertretend für die anderen Bürgerinnen und Bürger des Landes - Toleranz und Gelassenheit im Umgang mit einem schwierigen und sensiblen Thema üben." Daher wolle sie den Menschen des Stadtteils Aplerbeck dafür danken, dass sie bereit seien, einen schwierigen Teil einer gesamtgesellschaftlichen Verantwortung mitzutragen. vollständige Rede Fischer
Mit der neuen Klinik in Dortmund entstehe die erste forensische Einrichtung im Ruhrgebiet und damit einer Region, aus der die meisten Patienten der Forensischen Klinik in Eickelborn stammen, erklärte Landesdirektor Wolfgang Schäfer: "Als Dortmunder Bürger bin ich stolz auf unsere Stadt, weil ich glaube, dass die kooperative und verantwortungsbewusste Haltung der Dortmunder Bevölkerung und Kommunalpolitik dazu beigetragen hat, dass hier eine überwiegend sachliche und problemorientierte Diskussion möglich war." Für das Ende der Sommerferien kündigte Schäfer die Berufung einer kommissarischen Betriebsleitung für die neue Klinik an. Diese werde dann gemeinsam mit dem LWL als Träger dafür sorgen, dass mit Inbetriebnahme der Klinik und der Aufnahme von Patienten ausreichend qualifiziertes Personal zur Verfügung stehe. vollständige Rede Schäfer
Offen sagte Bürgermeister Adolf Miksch zu Beginn seiner Rede:"Mein Gefühl bei diesem Spatenstich ist etwas zwiespältig." Aber er betonte, dass der Bau einer Forensik notwendig sei und die Stadt Dortmund sich hier zu ihrer Verantwortung bekenne: "Man kann nicht einerseits stolz darauf sein, Oberzentrum und sechstgrößte Stadt in der Bundesrepublik zu sein und andererseits die Probleme unserer Gesellschaft aufs Land schieben." Die Ängste der Menschen nehme die Stadt Dortmund jedoch sehr ernst und lege daher an das Sicherheitskonzept besonders strenge Maßstäbe, erklärte er weiter. vollständige Rede Miksch
Bei der Schaffung von Verständnis und einer erhöhten Akzeptanz für den Maßregelvollzug vor Ort hat der Planungsbeirat eine große Rolle gespielt - darin waren sich alle Redner einig. Viele Beiratsmitgliedern seien in ihrem persönlichen Umfeld angesprochen und sogar angegriffen worden, weil sie im Planungsbeirat mitmachten, berichtete der Vorsitzende, Pfarrer Friedrich Stiller, daher sei vielen das persönliche Engagement aus ganz unterschiedlichen Grundhaltungen heraus nicht immer leicht gefallen. Gerade in Zusammenhang mit der Bauplanung habe der Planungsbeirat zudem in letzter Zeit die Kooperationsbereitschaft einiger "Verwaltungsvertreter" als mangelhaft empfunden. Stiller nutzte die Gelegenheit, um eine Verbesserung des Informationsflusses anzumahnen, "damit nicht am Ende jene Recht behalten, die von Anfang an misstrauisch gegenüber allen gemachten Zusagen waren und auch die Bürgerbeteiligung nur für Show hielten." Auf einer konstruktiven Basis werde sich der Beirat den Fragen der Zukunft, wie zum Beispiel der Personalausstattung, weiterhin engagiert widmen, sicherte Stiller zu. vollständige Rede Stiller
An die Hebel eines speziellen Kranwagens begab sich Birgit Fischer nach dem Spatenstich: eingebettet in eine große Greifzange hob sie damit den ersten der größeren Bäume, die aus dem Baugelände heraus verpflanzt werden müssen, aus seiner Mulde und schickte ihn auf den Weg zu seinem neuen Standort.
Im Sozialzentrum des Westfälischen Zentrums hatten die Gäste anschließend die Gelegenheit, sich anhand eines computerrealisierten Films und mittels einer Ausstellung und Infomaterialien über den Maßregelvollzug in Nordrhein-Westfalen und die neue forensische Klinik in Dortmund zu informieren.

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